Wenn alles zu viel wird – Über das Gefühl des Ausgebrannt Seins und die stille Leere vieler Frauen
Es beginnt leise.
Nicht mit einem Knall. Nicht mit einem Zusammenbruch.
Sondern mit einem schleichenden Gefühl von Leere.
Mit dem Gedanken, der immer öfter kommt: „Ich kann nicht mehr.“
Und gleichzeitig: „Ich muss aber. Es geht schon irgendwie.“
In den Einzelberatungen begegnet mir dieses Gefühl immer wieder.
24/7 im Einsatz – und trotzdem das Gefühl, nicht genug zu sein
Da sind die Kinder.
Die Schule.
Die Termine.
Das „Taxi-Unternehmen“ zwischen Hobbys, Freundschaften und anderen „wichtigen Terminen.“.
Da ist das Einkaufen.
Das Kochen.
Das Planen.
Das Mitdenken.
Da ist die Erwerbsarbeit.
Die Terminkoordination.
Das Jonglieren mit Geld, Verpflichtungen und Erwartungen.
Und ja – viele dieser Frauen leben in Partnerschaften.
Und dennoch tragen sie die Hauptlast.
Alleinerziehend – manchmal sogar zu zweit.
Care-Arbeit kennt keine Pause.
Keine Zeiterfassung.
Keinen Feierabend.
Es ist viel.
Es ist tatsächlich sehr viel.
Und doch zeigen sich in all diesen Geschichten diese Parameter:
* Kontrolle
* Anspannung
* Perfektionismus
Viele Frauen glauben, sie müssten alles im Griff haben.
Alles richtig machen.
Alles zusammenhalten.
Sie spüren die Verantwortung wie einen permanenten inneren Druck.
Einen Dauerzustand von Alarmbereitschaft.
Loslassen?
Geht nicht.
Hilfe annehmen?
Von wem denn bitteschön.
Grenzen setzen?
Ich muss für alle da sein. Immer.
Und so entsteht ein unsichtbares Gefängnis.
Nicht von außen gebaut – sondern von innen aufrechterhalten.
Der Moment der Erkenntnis
Was mich jedes Mal berührt:
Am Ende einer Beratung sitzen oft dieselben Frauen vor mir –
aber sie wirken anders.
Weicher.
Aufrechter.
Leichter.
Sie erkennen ihre eigene Gefangenschaft in diesem Spiel aus Erwartungen, Rollenbildern und inneren Antreibern.
Und plötzlich wird etwas spürbar:
SIE SIND NICHT SCHWACH! DU BIST NICHT SCHWACH!
Es ist Erschöpfung von permanenter Überverantwortung.
Wenn sie beginnen zu verstehen,
dass sie nicht alles kontrollieren müssen,
dass Perfektion kein Liebesbeweis ist,
dass „Nein“ sagen Beziehung nicht zerstört,
dann entsteht Raum, dann entsteht Klarheit, dann entsteht Selbstermächtigung, dann entsteht kraftvolles Selbst-Bewusstsein.
Viele Frauen merken:
Nicht die Umstände allein erschöpfen sie.
Sondern der innere Druck, allem gerecht werden zu müssen.
Wenn dieser Druck weicher wird,
kommt Lebendigkeit zurück, kommt Selbstliebe zurück, kommt Freiheit zurück.
Bestimmt vielen von euch bekannt, kann dieses Gedicht „Unsere größte Angst“ von Marianne Williamson, gar nicht oft genug wiederholt werden:
Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein.
Unsere größte Angst ist, dass wir über alle Maßen kraftvoll sind.
Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das wir am meisten fürchten.
Wir fragen uns:
Wer bin ich denn, dass ich brillant, großartig, talentiert und fabelhaft sein sollte?
Aber wer bist du, es nicht zu sein?
Du bist ein Kind Gottes.
Dich klein zu halten dient der Welt nicht.
Es hat nichts Erleuchtetes, sich klein zu machen,
damit andere sich um dich herum nicht unsicher fühlen.
Wir sind alle dazu bestimmt zu leuchten,
wie es die Kinder tun.
Und wenn wir unser eigenes Licht scheinen lassen,
geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind,
befreit unsere Gegenwart automatisch andere.
Vielleicht ist es Zeit …
Vielleicht ist Erschöpfung nicht dein Versagen.
Vielleicht ist sie ein Signal.
Ein Signal, dass du dich selbst wieder in dein Leben einladen darfst.
Nicht nur als Funktion.
Nicht nur als Organisatorin.
Nicht nur als Verantwortliche.
Sondern als Mensch.
Mit Bedürfnissen.
Mit Grenzen.
Mit Sehnsüchten.
Und mit einer Kraft, die größer ist, als du glaubst.
Wenn du dich hier wiederfindest:
Du bist nicht allein.
Und du bist nicht falsch.
Vielleicht beginnt deine Freiheit heute –
mit einer einzigen, bewussten Entscheidung.